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Bitte recht blutig!

30. Dezember 2010 | Von | Kategorie: 2011: Hinz&Kunzt-Ausgaben 215–226, Archiv, Hinz&Kunzt 215/Januar 2011

Warum passen die Eishockeyprofis der Freezers und Hinz&Kunzt gut zusammen? Weil das Spiel hart ist – und das Leben auch. Unter diesem Motto gingen im Dezember 2010 gemeinsame Plakatkampagne und Sponsoringaktion an den Start. Schon beim Fototermin ging es richtig zur Sache.

(aus Hinz&Kunzt 215/Januar 2011)

Keine Angst, die wollen nur spielen. Oder doch nicht? Diese finsteren Mienen, dieser düstere Blick – Siggi, Spinne und Werner wirken auf einmal ziemlich bedrohlich. Dabei sind die drei Hinz&Künztler sonst so hilfsbereit und freundlich, undenkbar ein Tag ohne Siggis herzliche Begrüßungsformel: „Moin moin, wie ist das werte Befinden?“

Eins von drei Motiven der gemeinsamen Kampagne von Hinz&Kunzt und den Hamburg Freezers

Eins von drei Motiven der gemeinsamen Kampagne von Hinz&Kunzt und den Hamburg Freezers

Doch heute zeigen sich die Männer von einer ganz anderen Seite: unnahbar und abgehärtet. Sollen sie auch – schließlich posieren sie im Foto-Mietstudio „Highnoon“ gerade für eine neue Hinz&Kunzt-Kampagne. Und deren Motto hat es in sich: „Das Spiel ist hart – das Leben auch“, heißt es seit Dezember auf großen Plakaten in der Stadt. Darauf sind jeweils ein Spieler von der Eishockeymannschaft Hamburg Freezers und ein Hinz&Künztler nebeneinander abgebildet. Doch hinter der Zusammenarbeit steckt noch mehr: Firmen, die Hinz&Kunzt unterstützen möchten, können sich für ein oder mehrere Heimspiele der Freezers als Sponsoren „einbuchen“. Für jedes Tor, das die Freezers während der gebuchten Spiele in der O2 World Hamburg schießen, spendet die Firma dann 100 Euro an Hinz&Kunzt.

Die Idee für die Kooperation mit den Eishockeyspielern entwickelte Hinz&Kunzt gemeinsam mit der Werbeagentur Agen©. Deren Texter Dominik Stelp erklärt: „Wie schnell ein Lebensentwurf an die Bande der Realität knallen kann und dich die Kälte eines immer härter werdenden sozialen Umfelds auf die Parkbank schickt – davon können die Hinz&Künztler am besten berichten.“

Die Mittagspause im Studio nutzen die Beteiligten nun, um herumzualbern und sich von Stylistin Rebecca Zorn fachgerecht verwunden zu lassen – ein bisschen Spaß muss sein. Nach der Verwandlung läuft Natascha Hertwig von Agen© mit einem aufgemalten Einschussloch fröhlich durchs Studio, Fotograf Marcel Schaar sieht kurz darauf aus, als käme er von einer wüsten Schlägerei. Der Rest der Gruppe bewundert währenddessen die Fotos der Hinz&Künztler am Computer. „Alle drei haben ganz toll mitgemacht, die sehen auf den Bildern wirklich hart aus“, findet Marckus Klapper, der sich um die Entwicklung der digitalen Bilddaten kümmert. Natascha stimmt zu, hat allerdings einen Einwand: „Spinne, tja – den verraten seine Augen“, sagt sie und schmunzelt. „Da kriegt er das Liebe einfach nicht raus.“

Jetzt warten alle gespannt auf die Spieler der Freezers, die sich zwischen zwei Trainingseinheiten Zeit für den guten Zweck nehmen. Kurz nach 14 Uhr erhält Marcel einen Anruf und freut sich: „Unsere Eisprinzessinnen sind unterwegs!“ Also schnell noch die letzten Spaghetti all’arrabiata verdrücken und auf in die zweite Halbzeit.

Kurz darauf führt Freezers-Mitarbeiter Christian die drei Profispieler ins Studio. Jean-Philippe Côté, Mats Trygg und Patrick Traverse sind nur kurz irritiert, als sie von mehreren grinsenden Verletzten begrüßt werden. Eishockeyspieler sind schließlich Männer, keine Memmen. Bevor sie selber Wunden aufgemalt bekommen, müssen sie aber erst mal in natura ran. Jean-Philippe, in dieser Saison neuer Abwehrspieler der Freezers, ist als Erster dran – und lässt alles mit sich machen. „Du bist der Künstler“, sagt er zu Marcel. Und der Künstler sagt, wie er es gerne hätte. Mal mit Helm, mal ohne, mal richtig böse, dann eher neutral.

Obwohl alle drei Spieler erst seit ein paar Wochen in Hamburg leben, begeisterten sie sich sofort für die Aktion. Jean-Philippe, der in Québec aufgewachsen ist, erzählt: „Bei uns in Kanada lernt man Eishockey spielen, bevor man laufen lernt.“ Reichlich – nicht gerade herzlichen – Körperkontakt während eines Trainings oder Spiels ist er gewöhnt. „Härte und Schnelligkeit gehören dazu. Man macht Fehler und lernt daraus“, sagt er. Und er gesteht: „Ich bin nicht der talentierteste Spieler. Aber ich trainiere hart. Deswegen bin ich gut.“

Verglichen mit einem Leben auf der Straße seien die Anstrengungen eines Profispielers natürlich „lächerlich“. Mats und Patrick, mittlerweile ebenfalls mit Schrammen im Gesicht, sehen das genauso: „Wir sind alle dankbar, dass es uns so gut geht.“ Deshalb helfen sie heute gerne. Genau wie ihre Teamkollegen Domenic Bartels, Jerome Flaake und Alexander Dotzler, die Ende November für einen Tag ihr Trikot gegen eine Hinz&Kunzt-Weste getauscht und Zeitungen verkauft haben. Bei ihrer Weihnachtsfeier im Dezember haben die Freezers dann sogar auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Geldspenden für Hinz&Kunzt gebeten. Die Volksbank spendete daraufhin 1500 Euro, insgesamt kamen 3000 Euro zusammen.
Nach der erfolgreichen Kampagnenproduktion im Studio steht nun aber erst mal das Nachmittagstraining der Freezers an – die Eisprinzessinen müssen los! Noch schnell abschminken? Bloß nicht, im Gegenteil: Bevor alle herzlich voneinander Abschied nehmen, bittet auch Freezers-Mitarbeiter Christian um etwas Blut im Gesicht: „Ich kann hier doch nicht als Einziger unverletzt rausgehen.“

Text: Maren Albertsen
Fotos: Marcel Schaar
Kampagnenmotiv: AGEN© Werbeagentur GmbH

Hinz&Kunzt bedankt sich bei allen Unterstützern der Aktion:
Die Freezers, die Hamburger Volksbank, die Mitarbeiter der Werbeagentur Agen©, Marckus Klapper (Digital Assistant ), Marcel Schaar (Fotograf),
Rebecca Zorn (Haare, Make-up & Special Effects / LigaNord.de), Knackscharf (Equipment Rent für Fotografen), Highnoon (Mietstudio).
Firmen, die sich im Rahmen der Hinz&Kunzt-Kampagne mit den Freezers engagieren möchten, melden sich bitte bei Jens Ade, Telefon 32 10 84 03, jens.ade@hinzundkunzt.de

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