Bunter, cooler, froher

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Die Bibel gibt es jetzt auch als Magazin am Kiosk zu kaufen.

Unbenannt-1„Wie war das noch mit Jesus?“, fragen sich dieser Tage vor dem Osterfest viele. Das kann man nachlesen. Und seit Kurzem muss dafür niemand mehr die staubige, unhandliche Familienbibel aus dem Wohnzimmerschrank hieven. Die Geschichte von Jesus im Neuen Testament gibt es jetzt als Magazin am Kiosk.

Und das kam so: Eines Abends las Journalist und Medienberater Oliver Wurm in der Bibel – mangels Alternativen hatte er sich eine Reiseausgabe von einem Kollegen geliehen. Wurm, der zum Beispiel das Fußballmagazin „Player“ und das Panini-Album „Hamburg sammelt Hamburg“ entwickelt hat und Beirat von Hinz&Kunzt ist, war überrascht: Die Texte, sagt er, fand er ansprechend und „überraschend zeitgemäß“. Trotzdem sei die Lektüre ermüdend gewesen: „Das dünne Papier, die kleine Schrift!“ Man müsste, ging dem Medienmacher auf, die Bibel lesbarer gestalten. Man müsste sie neu layouten.

Es gibt gekürzte Bibelausgaben, bebilderte und welche, die als Comics daherkommen. Es gibt Filme über biblische Geschichten und es gibt Hör-Bibeln. Nur ein Bibel-Magazin, das gab es noch nicht.

Trotz dürftiger Vorkenntnisse („Ich war Messdiener und Zivi bei der Caritas“) traute der Katholik Oliver Wurm sich an das Buch der Bücher.

Er schnappte sich – gemeinsam mit Artdirector Andreas Volleritsch – die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Briefe des Apostels Paulus, weitere Briefe der Jünger Jesu und der Offenbarung des Johannes. Zusammen bilden diese das Neue Testament.

600 Stunden Arbeit und knapp anderthalb Jahre später war das 244 Seiten starke Heft fertig: Das Neue Testament als Magazin. Untertitel: „Damit ihr Hoffnung habt“. Weder Titel noch Überschriften, kein Zitat und keine Anmerkung hat Wurm selbst getextet: Jedes Wort entstammt der Einheitsübersetzung der Bibel. „Wir hatten zu jeder Zeit allergrößten Respekt vor dem Text und vor der Aufgabe“, sagt Wurm.

Neben einigen Fotos von den Passionsfestspielen Oberammergau enthält das Magazin auch alle anderen Elemente, die Leser aus Magazinen kennen: unterschiedliche Schriftgrößen, farbig unterlegte Flächen, Fettungen und großzügig gestaltete Kapitel-Auftaktseiten.

Solche Elemente dienen der Hervorhebung. Was groß, bunt oder fett gedruckt ist, ist besonders wichtig. Wurm sagt, er habe „natürlich“ populären Passagen einen „markanten Auftritt“ verpasst: dem Vater-Unser-Gebet etwa oder der Bergpredigt. Auf den Seiten 10 und 11 erstreckt sich das Wort „Jesus“ in weißer Schrift auf rotem Grund über eine ganze Doppelseite. „Aber es sind auch Stellen optisch hervorgehoben, die aus theologischer Sicht wohl keine herausragende Bedeutung haben“, sagt Wurm. Das sei auch kein Kriterium gewesen. „Das hätten wir uns gar nicht zugetraut.“ Vieles sei aus dem Bauch heraus entstanden und die wichtigste Regel sei gewesen: den Text so gestalten, dass er gut lesbar ist.

Eine bestimmte Zielgruppe hätte das Magazin nicht – sein Vater wie die Nichte eines Freundes würden das Magazin mögen, es würde im Religionsunterricht eingesetzt und als Freizeit-Lektüre genossen.
10.000 Hefte habe er bisher per Internet verkauft, sagt Wurm – und wegen vieler positiver Reaktionen den Schritt in den Handel gewagt. So findet man jetzt an Bahnhofskiosken und in Zeitschriftenläden neben Tageszeitungen und Hochglanzmagazinen die Geschichte von Jesus.

Die Bibel als Magazin, 244 Seiten, 9,20 Euro, erhältlich an 1000 bundesweiten Verkaufsstellen oder über www.bibelalsmagazin.de

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