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Bauen im Weltall

31. Mai 2011 | Von | Kategorie: 2011: Hinz&Kunzt-Ausgaben 215–226, Archiv, Hinz&Kunzt 220/Juni 2011

Von den Grindelhochhäusern bis zur Siloanlage in Kuwait – die Firma WTM Engineers betreut weltweit Bauprojekte. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum baten die Geschäftsführer um Spenden für Hinz&Kunzt.

(aus Hinz&Kunzt 220/Juni 2011)

WTM Geschäftsführer Dr. Ulrich Jäppelt, Dr. Karl Morgen und Dr. Stefan Ehmann beim HAUSBAU.

WTM Geschäftsführer Dr. Ulrich Jäppelt, Dr. Karl Morgen und Dr. Stefan Ehmann beim HAUSBAU.

Mal nach den Sternen greifen. Warum nicht? „Bauen im Weltall“ lautete der
Titel eines Festvortrags zum 75. Firmenjubiläum von WTM Engineers, bei dem die Gäste für Hinz&Kunzt spendeten. „Der Vortrag war eine spannende Anregung“, findet Dr. Karl Morgen und lacht. „Auch wenn Bauen im Weltall bislang natürlich nur Zukunftsmusik ist. Normalerweise sind wir ganz bodenständig.“
Der 59-Jährige ist einer der Geschäftsführer der Firma, die 1936 unter dem schlichten Namen „Büro für Ingenieurbau“ gegründet wurde und heute zu den großen Ingenieurunternehmen in Deutschland gehört: Mehr als 160 Mitarbeiter planen und begleiten von den drei Standorten in Hamburg, Berlin und München aus Bauprojekte im In- und Ausland, darunter auch Silo- und Getreideanlagen in Simbabwe, Kuwait und auf den Philippinen.
Auf die Idee, zu ihrem 75-jährigen Firmenjubiläum ihre Gäste an Stelle von Geschenken doch um eine Spende für Hinz&Kunzt zu bitten, kamen die drei Geschäftsführer schnell. „Wir wollten eben nicht mit Champagner- oder Rotweinflaschen überhäuft werden“, sagt Karl Morgen augenzwinkernd. Dann wird er ernst und erklärt: „Wir gestalten Hamburg mit unseren Gebäuden, wissen aber auch, dass nicht alle davon profitieren. Leider hat nicht jeder in dieser Stadt ein Dach über dem Kopf.“ Deshalb hätten sie sich für eine Unterstützung von Hinz&Kunzt entschieden. „Außerdem war uns der lokale Bezug wichtig.“
Schließlich fühlt sich die Firma selbst eng verbunden mit Hamburg, hat in der Stadt bereits zahlreiche Projekte verwirklicht. „Einfach mal aus dem Fenster schauen“, schlagen Dr. Stefan Ehmann und Dr. Ulrich Jäppelt, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens, vor. Hier, im Besprechungsraum von WTM Engineers am Ballindamm, fällt der Blick auf die Binnenalster. Stefan Ehmann zeigt auf den Fernsehturm, der sich im Hintergrund erhebt. „Nur eins unserer vielen Projekte in der Stadt“, erklärt er. Dann wird eifrig aufgezählt: Der Rethespeicher in Wilhelmsburg, die Grindelhochhäuser, der Elbtunnel, die Staatsoper, das CCH, zahlreiche Brücken, U- und S-Bahn-Tunnel, Gebäude in der HafenCity … – überall hat die Firma mitgemischt, geplant, entwickelt und geprüft. „Bloß die Schippe selbst in die Hand genommen haben wir nicht“, witzelt Ulrich Jäppelt. „Das machen wir höchstens zu Hause im Garten.“
Ihn habe die Arbeit eines Bauingenieurs schon immer fasziniert, erklärt er. „Aus naturwissenschaftlichen Kenntnissen etwas Konkretes schaffen, Ideen umzusetzen, das reizt mich.“ Auch Stefan Ehmann begeistert sich für die Kombination aus Theorie und Praxis: „Jedes Gebäude hat seine eigene Geschichte. Es ist spannend, daran mitzuarbeiten und hinterher das Ergebnis zu sehen.“
Wenn sie an Projekte für die Zukunft denken, haben die drei Geschäftsführer viele Ideen. Aufwendige Brückenbauten in Skandinavien zum Beispiel, oder die Mitarbeit an großen Stadien für Weltmeisterschaften und Olympiaden. Und vielleicht irgendwann auch das Weltall?
Da ist Karl Morgen zurückhaltender. „Ich überlege lieber in Ruhe, bevor ich vorschnell etwas sage – nachher geht der Wunsch noch in Erfüllung.“ So wie zurzeit in Dubai, wo WTM Engineers am Hochhaus „Dubai Pearl“ mitarbeitet. „Ich hatte vorher in einem Interview von meinem Traum erzählt, mal am Bau eines mindestens 300 Meter hohen Hauses mitzuarbeiten.“ Karl Morgen lacht: „Vier Monate später hatten wir den Auftrag.“

Text: Maren Albertsen
Foto: Mauricio Bustamante

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