Baden gehen für Hinz&Kunzt

Alstervergnügen mal anders: Ein Team aus Freizeitsportlern schwimmt am Weltarmutstag durch Hamburgs schönen Fluss und sammelt Spenden für Obdachlose.

(aus Hinz&Kunzt 212/Oktober 2010)

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Fertig zum Abtauchen: Joachim Düster und Heidi Fischer-Klages testen schon mal die Wassertemperatur der Alster.

Als Einstieg geht’s zum Ausstieg: Joachim Düster zeigt auf einen kleinen Steg am Alsterufer direkt neben der Kennedybrücke. Genau hier, in schöner Lage zwischen Binnen- und Außenalster, wird Joachim Düster am 17. Oktober aus dem Wasser klettern – nach einem anstrengenden Langstreckenschwimmen zugunsten von Hinz&Kunzt.

Der Freizeitsportler freut sich auf die Herausforderung: „Das wird mal ein anderes Alstervergnügen.“ Neun Kilometer, von der Ohlsdorfer Schleuse bis zur Kennedybrücke, durchschwimmt er gemeinsam mit einem sechsköpfigen Team in rund 240 Minuten den Fluss. Für jede Schwimmminute sammelt die Gruppe einen Euro als Spende, am Ziel sollen durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen weitere Spenden dazukommen.

„Schwimmen gegen Armut“ lautet das Motto der Aktion, mit der Joachim Düster und Mit­organisatorin Heidi Fischer-Klages am Weltarmutstag auf die Not von Obdachlosen aufmerksam machen wollen. Die Alster als Veranstaltungsort hat Joachim Düster ganz bewusst gewählt: „Hier prallen die Gegensätze zwischen Arm und Reich in Hamburg besonders deutlich aufeinander“, findet der begeisterte Hinz&Kunzt-Leser. „Die einen joggen oder genießen die Aussicht, die anderen leben unter der Kennedybrücke, weil sie kein Zuhause haben.“
Schon seit mehr als einem Jahr tüftelt der 54-Jährige an der Idee, bemüht sich in seiner Freizeit unermüdlich um Sponsoren, schreibt Vereine, Cafés und Unternehmen rund um die Alster an und bittet sie alle um Unterstützung. Erfahrung im Klinkenputzen hat er: 2007 schwamm er bereits für einen guten Zweck durch die Ems, von Rheine bis nach Papenburg. Damals organisierte er die komplette Tour alleine, zwei Jahre dauerte die Vorbereitung insgesamt.

„Aber eigentlich fing alles mit Aki Franz an“, erzählt Joachim Düster. Bekannt wurde der Extremsportler Joachim „Aki“ Franz durch etliche Projekte zugunsten der Welt-Aids-Hilfe. 2008 bestieg er beispielsweise die jeweils höchsten Berge von 20 Ländern, um so auf Aids aufmerksam zu machen. Im selben Jahr wurde er vom Reader’s Digest zum „Europäer des Jahres“ gewählt. Joachim Düster, der beim Rowohlt-Verlag arbeitet, lernte Aki Franz kennen, als dieser dem Verlag eine Biografie anbieten wollte. „Ich war sofort hingerissen, was man mit Sport erreichen kann“, sagt er. „Das wollte ich auch.“ Doch mit welcher Aktion könnte er genügend Aufmerksamkeit erzeugen? Laufen? Radfahren? „Da gab es schon so viel.“ Aber eine komplette Flussdurchquerung – das wäre etwas Neues. „Dabei bin ich vorher nur mal zum Spaß ins Schwimmbad gegangen.“

Ein Jahr vor seiner Ems-Tour fing er an zu trainieren. Bei der Vorbereitung lernte er die Hobbyschwimmerin Heidi Fischer-Klages kennen, die von seiner Idee sofort begeistert war: „Diese Vision, Menschen durch Sport zu helfen, imponiert mir.“

Nun also die nächste gemeinsame Schwimmaktion, dieses Mal in Hamburg. Auch hier eine Premiere: „Bislang ist noch nie jemand diese Strecke geschwommen“, erklärt Joachim Düster. „Da ist schon ein gewisses Risiko bei.“ Die ganze Familie unterstützt dieses Abenteuer: Eine seiner beiden Töchter gehört zum Schwimmteam, die andere kümmert sich genau wie seine Frau um die Verpflegung der Sportler, wenn sie unterwegs Pausen einlegen. Die müssen sie machen, um sich aufzuwärmen: „Im Oktober ist die Alster bereits verdammt kalt, das merkt man auch mit guten Schwimm­­anzügen.“

Text: Maren Albertsen
Foto: Hannah Schuh

Schwimmen gegen Armut: Das Team startet am Weltarmutstag, 17. Oktober, um 11 Uhr an der Ohlsdorfer Schleuse. Gegen 15 Uhr erreicht es die Ausstiegsstelle an der Kennedybrücke. Das Team wird die gesamte Strecke von Kanuten im Boot begleitet. Am Ziel gibt es ein Festprogramm mit Trommelmusik und Verkauf von Kaffee und Kuchen.
Spenden: Für jede der 240 Schwimmminuten auf der neun Kilometer langen Strecke sammelt das Team 1 Euro als Spende. Eine Spende für die gesamte Strecke beträgt daher 240 Euro. Spenden sind aber in jeder erdenklichen Höhe willkommen. Wer helfen möchte überweist an Hinz&Kunzt, Haspa (BLZ 200 505 50), Konto 1280 167 873, Stichwort „Schwimmen gegen Armut“.

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