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Hamburgische Brücke

100 Jahre private Sozialarbeit

11. November 2013 | Von | Kategorie: Nachrichten

Der Verein Hamburgische Brücke kümmert sich seit 100 Jahren um Alte, Bedürftige und Demenzkranke. Begonnen hat seine wechselhafte Geschichte vor dem Ersten Weltkrieg. Die Idee damals wie heute: Menschen, die helfen wollen, und Menschen, die Hilfe brauchen, miteinander zu verbinden.

Brücken prägen das Bild der Stadt Hamburg. Der 1913 als „Hamburgische Gesellschaft für Wohlfahrtspflege“ gegründete Verein wählte sie zum Symbol seiner Arbeit.

Brücken prägen das Bild der Stadt Hamburg. Der 1913 als „Hamburgische Gesellschaft für Wohlfahrtspflege“ gegründete Verein „Hamburgische Brücke“ wählte sie zum Symbol seiner Arbeit.

„Wir Hamburger lassen keinen von uns über Bord gehen!“ Das war der Leitsatz des Hamburger Bankiers Max M. Warburg. In den 1910er-Jahren gehörte er in der Hansestadt zur Kaufmannselite. Doch er wusste: Nicht allen in der Stadt geht es gut. Gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik gründete Warburg vor 100 Jahren Die „Hamburgische Gesellschaft für Wohltätigkeit e.V“. Seine Idee: Eine Institution zu schaffen, die wohltätige Privatpersonen und Menschen, die Hilfe brauchen, zusammenbringt. In den ersten Jahren wurde mit dem Geld von Hamburger Mäzenen vor allem Armen mit Lebensmitteln und Brennmaterial geholfen. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte die Gründung eines „Speisungsdienstes“. Die „Rassengesetze“ der Nazis schlossen ab 1935 Juden als Hilfeempfänger und Stiftungsmitglieder aus. Gründer Warburg selbst musste wegen seiner jüdischen Wurzeln fliehen.

Die Stiftung versuchte, Juden bei der Auswanderung zu helfen. Aber im Juni 1941 wurde die Gesellschaft aufgelöst, um der Eingliederung in die „Nationalistische Volkswohlfahrt“ zu entgehen. In der Nachkriegszeit lebte das Engagement des Vereins wieder auf: Es wurde die Verteilung von Lebensmitteln und Sachspenden organisiert, neue Angebote waren Mütter- und Altenerholung und Pflege. 1946 gründete die Gesellschaft sich neu. Besonders gefordert war ihr Einsatz bei der Sturmflut in Hamburg 1962. Den Namen „Hamburgische Brücke“, unter dem die Organisation heute bekannt ist, gab sich die Gesellschaft im Jahr 2000.

100 Jahre nach der Gründung sind bei der Hamburgischen Brücke rund 100 hauptamtliche und 100 ehrenamtliche Mitarbeiter unterwegs. Sie betreiben Beratungsstellen und bieten Selbsthilfegruppen an und einen Pflegedienst. Schwerpunkt ist die Arbeit mit und für Demenzkranke und psychisch Kranke. Dabei stehe, so die Gesellschaft, immer der Mensch im Mittelpunkt: „Wir wollen Menschen motivieren, ihren eigenen Lebensentwurf trotz Behinderung, Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder besonderer sozialer Einschränkungen zu entwickeln und zu verwirklichen.“

Text: Beatrice Blank
Foto: bildarchiv-hamburg.de

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